26.05.2018, von Katrin Schelter

Der BR 500 zu Gast bei den Pfadfindern

Beim Pfadfinderlager "Zeitlos" wurden Teilbereiche des BR 500 West erstmals unter realen Bedingungen auf die Probe gestellt - der Ortsverband Erkelenz war dabei.

Blick auf den Zeltlagerbereich

Über die Pfingsttage begeisterte das Diözesanlager "Zeitlos 2018" auf dem Gelände rund um Haus St. Georg in Wegberg-Watern zahlreiche junge Pfadfinder mit einem umfassenden Programm. Für Helfer des THW stellte das Pfadfinderlager eine erste "Feuerprobe" dar: Die große Zeltstadt mit rund 1.700 Teilnehmern bot perfekte Bedingungen, um erste wesentliche Bestandteile des Bereitstellungsraumes (BR) 500 West zu testen – vornehmlich im Bereich Infrastruktur mit Fokus auf dem Fachbereich Wasser/ Abwasser.

Nach langer Planung und Vorbereitung machten sich die Fachgruppen Infrastruktur der Ortsverbände Erkelenz, Kempen und Köln Nord-West gemeinsam mit der Bergungsgruppe-01 und der Fachgruppe Beleuchtung aus Erkelenz eine Woche vor Beginn von "Zeitlos" an den Aufbau der Rahmenstrukturen des Lagers. Die Erkelenzer Bergungsgruppe errichtete unter Zuhilfenahme des Einsatzgerüstsystems (EGS) eine überirdische Schlauchbrücke über einer parallel zum Lager verlaufenden Durchgangsstraße, die sieben Meter Durchfahrtsbreite und eine Höhe von 4,80 Meter bot. Die Fachgruppe Beleuchtung richtete die Stromversorgung und Lagernotbeleuchtung ein. Helfer der Fachgruppe Logistik aus dem Ortsverband Mönchengladbach sorgten für die fortwährende Betankung der vom Veranstalter angemieteten Fremd-Aggregate während des Lagerbetriebs.

Ein besonderes Augenmerk wurde bei der BR-Übung auf die Funktionstüchtigkeit der Wassersysteme gerichtet. Frisches Trinkwasser wurde über das eingerichtete Rohrsystem mit 750 Metern Gesamtlänge zu den acht Bezirksdörfern im Zeltlagerbereich geleitet. Hier kamen auch die neuen THW-Waschbeckenmodule, die Trinkwasserausgabestellen sowie die Hygienestationen erstmals offiziell zum Einsatz, die speziell für die Ansprüche des BR 500 entworfen und zuvor im Ortsverband Erkelenz in Eigenleistung zusammengeschweißt worden waren. Das entstandene Abwasser wurde im Anschluss über ein Pumpsystem umweltgerecht über das öffentliche Kanalnetz entsorgt, was der Lagerhygiene diente und so ein geruchsfreies Zeltlager garantierte.

 

Eine erste Auswertung der Übung erfolgte am Samstag, den 19. Mai, durch Norbert Franzke vom Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg, sowie Vertretern des Projektteams, bestehend aus Wolfram Seegers an der Spitze als Projektleiter des BR 500 West, Thorsten Saal als stellvertretendem Projektleiter, Uwe Grüdelbach als Leiter des BR 500 West, Daniel Claus als Leiter des Fachbereichs DÖB (Dokumentation/ Öffentlichkeitsarbeit/ Betreuung) und Heinz-Willi Aretz als Verantwortlicher im BR-Fachbereich Infrastruktur und hier Gesamtübungsleiter. Sie besichtigten das Lager inklusive aller vom THW eingerichteten Infrastrukturen, Norbert Franzke überprüfte eingehend die Erfüllung der gesetzlich definierten Trinkwasservorgaben, einschließlich der Laborergebnisse zur Trinkwasserqualität. Dietmar Gisbertz als Wehrleiter der Feuerwehr Wegberg nutzte die Gelegenheit, das gute Sicherheitskonzept mit einer von den Maltesern gestellten RTW-Besatzung, die Notbeleuchtung, Flucht- und Rettungswege sowie die Sammelfläche und Evakuierungsräume zu prüfen. Auch er zeigte sich von dem Leistungsspektrum des THW auf das Äußerste beeindruckt und betonte nochmals die gute und kooperative Zusammenarbeit vor Ort.

Im Rahmen des Pfadfinderlagers konnte ein Teilbereich des BR 500 West erstmalig unter realen Bedingungen in Form eines Stresstests auf die Probe gestellt werden. Prüfungskriterien waren im Wesentlichen Funktionstüchtigkeit, Stabilität, ausreichendes Leistungsvermögen, Störungsaufkommen sowie einfacher Auf- und Abbau. Das Lager bot günstigste Bedingungen und war für diesen Härtetest wie geschaffen, da die konzeptuellen Bereiche Zeltlager, Parkplatz und Logistik so vorhanden waren, wie sie im BR in sehr ähnlicher Form vorgesehen sind. Die Verantwortlichen des Projektteams zeigten sich mit den Ergebnissen dieser ersten BR-Übung überaus zufrieden.


  • Blick auf den Zeltlagerbereich

  • Mit dem Einsatzgerüstsystem (EGS) gebaute Schlauchbrücke

  • Zwei der Waschbeckenmodule, die für den BR 500 entworfen wurden und beim Lager zum Einsatz kamen

  • Die Verantwortlichen besehen einen der Trinkwasserverteiler auf dem Gelände

  • Lagerbesichtigung durch Vertreter des Projektteams

  • Norbert Franzke (l.), Thorsten Saal (2.v.l.), Uwe Grüdelbach (3.v.l.), Wolfram Seegers (m.), Daniel Claus (3.v.r.) und Heinz-Willi Aretz (2.v.r.) waren mit den Ergebnissen dieser BR-Übung zufrieden.

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